Die Blocklanddeponie – Bremens höchster Berg
Am Standort Blockland betreiben wir von Die Bremer Stadtreinigung (DBS) eine Deponie zur Ablagerung und Verwertung von Abfällen sowie mehrere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Die Blocklanddeponie ist jedoch mehr als nur ein Ort zur Abfallentsorgung. Auf dem höchsten Berg Bremens gewinnen wir mithilfe von Solar- und Windkraft sowie mittels eines mit gefasstem Deponiegas betriebenen Blockheizkraftwerk auch Energie. Außerdem ist er ein tolles Ausflugsziel mit einigen Attraktionen. Sie möchten wissen, wie sich die Deponie gewandelt hat? Alles zur Geschichte der Blocklanddeponie und zu unserem Panorama-Wanderweg finden Sie hier.
Die Blocklanddeponie wurde 1969 in Betrieb genommen und weist heute eine Fläche von ca. 40 Hektar auf. Hier entsorgen wir mineralische Abfälle wie Boden, Bauschutt, Asbest und Strahlmittel.
Sie besteht aus einen stillgelegten Altteil, zwei Deponieabschnitte der Klasse I für gering belastete Abfälle und einem Deponieabschnitt der Klasse III für höher belastete Abfälle. Jährlich verwerten und beseitigen wir hier etwa 100.000 Megagramm, also 100 Millionen Kilogramm Abfälle. Nach derzeitiger Prognose können wir die Blocklanddeponie bis in die 2035er Jahre betreiben.
Auf der Blocklanddeponie lassen sich jedoch nicht nur spezielle Abfälle entsorgen. Mit der Fotovoltaikanlage am Südhang der Deponie, die eine Leistung von 840 Kilowatt-Peak aufweist, gewinnen wir im Jahr rund 850.000 Megawattstunden Strom. Das entspricht dem Strom-Jahresverbrauch von ca. 350 Zwei-Personen-Haushalten. Vier Windräder unterstützen zusätzlich die Energiegewinnung an der Deponie. Damit werden weitere 18.800 Megawattstunden Strom im Jahr am Deponiestandort erzeugt.
Mit einer Höhe von rund 60 Metern ist die Blocklanddeponie Bremens höchster Berg und seit 2021 auch ein optimales Ausflugsziel. Den Namen „Bremens höchster Berg“ hat sich dieser Ort somit redlich verdient.
Klimaschutz auf der Blocklanddeponie
Die Bremer Stadtreinigung erfasst und verwertet seit 1993 Deponiegas. Nun wird mit einer mobilen Anlage zusätzliches Deponiegas abgesaugt und untersucht. Ziel ist es, die Nutzung von Deponiegas weiter zu optimieren und den Ausstoß klimaschädlicher Gase noch stärker zu senken.
Das Projekt mit dem Titel: „KSI: Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Gaserfassung und -behandlung der Blocklanddeponie“ und dem Förderkennzeichen: 67K28928 wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundes und dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert, sowie von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft gGmbH (ZUG) betreut.
Ziel der NKI ist es, Städte und Kommunen bei Projekten zu unterstützen, die den Ausstoß von Treibhausgasen senken. Ein Schwerpunkt der Förderung liegt auf stillgelegten Deponien. Dort sollen vor allem Methanemissionen weiter reduziert werden. Voraussetzung für die Förderung ist eine vorherige Machbarkeitsstudie, in deren Zuge seit Januar 2026 durch die Firma Rytec ein zusätzlicher Gasabsaugversuch auf der Blocklanddeponie durchgeführt wird.
Dieser Versuch ist auf eine Betriebsdauer von bis zu drei Monaten angelegt und wird mit einer mobilen Anlage durchgeführt. Nach Abschluss des Gasabsaugversuchs werden die Ergebnisse ausgewertet und förderfähige Baumaßnahmen geprüft.
Deponiegas als Teil des Energiekreislaufs in Bremen
Das gesammelte Deponiegas wird bereits in einem Blockheizkraftwerk zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt. Der Strom wird überwiegend direkt am Standort verbraucht, überschüssige Mengen werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die erzeugte Wärme dient im Winter zur Beheizung der Betriebs- und Verwaltungsgebäude.
Allein im Jahr 2025 erzeugte die Anlage rund 731 Megawattstunden Strom. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 300 Zwei-Personen-Haushalten.
Mit dem neuen Projekt, das bis zum 31.05.2027 gefördert wird, setzt DBS wieder ein klares Zeichen für nachhaltige Abfallwirtschaft und aktiven Klimaschutz.
Ein herzlicher Dank geht an die Unterstützung durch die NKI, das BMUKN und die ZUG.
Nationalen Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie
![]()