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Stand: 08.06.2026 / 07:25 Uhr

 

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Historie der Blocklanddeponie

 

Alte Aufnahme der Blocklanddeponie aus dem Jahr 1975. Vor der Autobahnstrecke sind acht Container vor drei Gebäuden aufgestellt. | © Die Bremer Stadtreinigung

1969 wurde die Blocklanddeponie in Betrieb genommen. Durch ein Ringgrabensystem gesichert, wurden dort zwischenzeitlich in den 1970er-Jahren jährlich bis zu 700.000 Tonnen Abfälle angeliefert und fachgerecht entsorgt.

Mit der Einführung eines Müllverdichters im Jahr 1972 wurde die Deponietechnik weiter modernisiert. Drei Jahre später entstand der erste Handabladeplatz. Ein früher Vorläufer der heutigen Recycling-Stationen. 1980 folgte die Inbetriebnahme einer Fahrzeugwaage, die eine präzisere Erfassung der angelieferten Abfallmengen ermöglichte.

Ausbau der Abfallwirtschaft und Umwelttechnik

Ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Kreislaufwirtschaft war 1986 der Beginn der Grünabfallkompostierung. Angelieferte Grünabfälle wurden fortan aufbereitet und sinnvoll verwertet. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Deponie um einen Bereich der Deponieklasse III erweitert. Auf einer Fläche von 11,3 Hektar konnten nun auch Abfälle mit höherem Schadstoffgehalt sicher behandelt werden. Die zur Abfalleinlagerung genutzte Gesamtfläche (einschließlich Altdeponie) beträgt nunmehr ca. 40 Hektar.

Parallel dazu entstand zwischen 1992 und 1996 auf Grundlage eines landschaftspflegerischen Begleitplans eine rund 25 Hektar große Ausgleichsfläche. Dieses Projekt verdeutlicht den Anspruch, technische Infrastruktur und Naturschutz miteinander zu verbinden. Ebenfalls 1992 wurden die Bremer Entsorgungsbetriebe gegründet; aus der städtischen Regie entstand ein kommunaler Eigenbetrieb.

1995 nahm die Biokompostierungsanlage ihren Betrieb auf, bevor 1996 die Genehmigung für den Betrieb der Recycling-Station Blockland erteilt wurde. Bereits zwei Jahre später wurde die Anlage um eine Schadstoffannahme erweitert.

Energiegewinnung und Modernisierung

1998 erfolgte die Teilprivatisierung der Bremer Abfallwirtschaft. Gleichzeitig entwickelte sich der Standort technologisch weiter: Seit 1999 wird Deponiegas zur Energieerzeugung genutzt. Vier Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von zwei Megawatt erzeugen seitdem Energie aus dem entstehenden Gas.

Mit der Inbetriebnahme einer Schreddervorbereitungsanlage im Jahr 2007 und der anschließenden Stilllegung des rund 29 Hektar großen Altdeponiebereichs ab 2009 wurde der Standort konsequent modernisiert. Im selben Jahr erfolgte zudem die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb.

Nachhaltigkeit und Zukunftsausrichtung

2010 markierte einen weiteren Meilenstein: Die Bremer Entsorgungsbetriebe und Stadtgrün Bremen verschmolzen zum kommunalen Umweltbetrieb Bremen (UBB). Gleichzeitig gingen Windkraftanlagen und erste Photovoltaikanlagen in Betrieb und unterstrichen den Fokus auf erneuerbare Energien und Klimaschutz. Ebenfalls 2010 wurde der Betrieb nach EcoStep zertifiziert.

Zwischen 2011 und 2013 entstand auf dem Plateau der Altdeponie ein neuer, 4,2 Hektar großer Deponieabschnitt der Deponieklasse I. Dieser wurde durch ein modernes multifunktionales Dichtungssystem vom Altbereich getrennt. Ergänzend dazu wurde 2012 eine weitere Photovoltaikanlage als Freiflächenanlage oberhalb einer errichteten Oberflächenabdichtung installiert.

Mit der EMAS-Zertifizierung im Jahr 2017 wurde das langjährige Engagement für Umweltmanagement, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz erneut offiziell bestätigt. Diese Zertifizierungen wurden auch nach Gründung von Die Bremer Stadtreinigung im Jahr 2018, in dessen Zuständigkeit auch die Blocklanddeponie aufgenommen wurde, erfolgreich fortgesetzt.

Entsprechend dem Verfüllfortschritt der Blocklanddeponie wurde beginnend von Ost nach West mit der Oberflächenabdichtung und Rekultivierung begonnen. In 2019 und 2020 wurde die Oberflächenabdichtung im Bauabschnitt 1 auf ca. 6,0 ha (heutiger Aussichtspunkt Metalhenge) und in 2022 und 2023 die Oberflächenabdichtung im Bauabschnitt 2a auf einer Fläche von ca. 2,7 ha auf der Südböschung errichtet. Teilflächen auf der Südböschung wurden hierbei für die Gründung späterer PV-Freiflächenanlagen technisch vorbereitet.

Zwischenzeitlich wurde in 2021 die Anlage zur Vorbehandlung von Schreddermaterial ordnungsgemäß stillgelegt sowie zwischen 2022 und 2023 der sogenannten Deponieabschnitt „DK I-Canyon“ errichtet und in Betrieb genommen. Dieser nach dem Konzept der „Deponie-auf-Deponie“ konzipierte neue Ablagerungsbereich der Deponieklasse I (DK I) gewährleistet für die nächsten Jahre auf einer Fläche von ca. 3,8 ha eine ausreichende Entsorgungssicherheit für Bremen und dessen Umland für vorwiegend mineralische Abfälle. Die Einlagerungsmengen haben sich hierbei seit den 1970er Jahre von bis zu 700.000 Mg pro Jahr auf nunmehr cica 60.000 bis 80.000 Mg pro Jahr reduziert.